Vitrektomie

Mit dem Begriff Vitrektomie bezeichnen Mediziner ein Operationsverfahren, mit dem eine vollständige oder partielle Entfernung des Glaskörpers (lat. corpus vitreum) vorgenommen wird.

Der Glaskörper ist eine gallertartige Substanz, die zwischen Linse und Netzhaut liegt und einen großen Teil des Augapfels ausfüllt. Dieser Eingriff, meist in lokaler Betäubung durchgeführt, wird bei Erkrankungen wie z.B. Netzhautablösung, Makuladegeneration und diabetischer Retinopathie notwendig. Ziel der Vitrektomie ist, die Auswirkungen dieser Augenerkrankungen, die unbehandelt zur Erblindung führen, abzuwenden.

Über drei winzige Einschnitte in der Lederhaut wird ein Zugang zum Glaskörper geschaffen. Je nach Diagnose wird der Glaskörper oder Teile davon bzw. krankhafte Gewebeteile abgesaugt. In einen dieser Schnitte wird eine Infusion gelegt, die den im Auge notwendigen Druck stabil hält. In die anderen beiden Zugänge werden Lichtquelle und chirurgische Instrumente für die therapeutische Behandlung eingebracht. Nach dem Entfernen des Glaskörpers wird das dadurch entstandene “Vakuum” im Augapfel mit Silikonöl alternativ mit Gas oder Salzlösung aufgefüllt. Dies stabilisiert den Augapfel.

Operationstechnisch birgt die Vitrektomie heutzutage kein sonderliches Risiko. Filigrane, hoch präzise chirurgische Instrumente und moderne minimal-invasive Technik haben frühere Operationsrisiken bei der Vitrektomie deutlich reduziert. Minimale Zugangsöffnungen reichen, um bei der Vitrektomie mit feinen Kanülen in den Glaskörperraum einzudringen. Die verbleibenden Mikrolöcher verschließen sich auch ohne chirurgische Naht.

Die Vitrektomie ist trotz moderner Technik immer noch eine risikobehaftete Operation.

Die Vitrektomie ist trotz moderner Technik immer noch eine risikobehaftete Operation.

Ein folgenschwerer, risikobehafteter Eingriff, der eine eng gestellte Indikation verlangt, bleibt das Verfahren der Vitrektomie dennoch. Bei einer großen Zahl an Patienten kommt es postoperativ nach etwa 1 bis 2 Jahren in Folge der Vitrektomie zur Ausprägung des Grauen Stars. Diese Trübung der Linse ist nicht konservativ zu beeinflussen, sondern erfordert eine Kataraktoperation, bei der die getrübte Linse durch eine künstliche Linse ersetzt wird. Patienten im höherem Lebensalter entgehen der Diagnose Grauer Star ohnehin kaum und tolerieren deshalb die in Folge der Vitrektomie vorgezogene Katarakt-Operation. Bei jüngeren Patienten müssen Nutzen und wahrscheinlicher Spätschaden einer Vitrektomie besonders kritisch bewertet werden. Das Risiko des verfrühten Auftretens des Grauen Stars kann durch die Vitrektomie in eine Lebensphase vorverlegt werden, in welcher ein Katarakt noch lange nicht zu erwarten wäre.

.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *