Mouches volantes

Mouches volantes oder auch “fliegende Mücken” ist ein verbreiteter Begriff für die Glaskörpertrübung, eine Krankheit des Auges. Betroffene sehen kleine Fäden, Würmchen, Punkte oder Flecken vor den Augen, vor allem wenn sie auf einen hellen Untergrund sehen, zum Beispiel auf den Computerbildschirm, eine weiße Wand oder in den Himmel.

So etwa sieht ein stark betroffener Mouches volantes vor einem Abendhimmel.

So etwa sieht ein stark betroffener Mouches volantes vor einem Abendhimmel.

Die Erscheinungen bewegen sich und scheinen vor dem Gesichtsfeld zu “schwimmen”. Die Mouches volantes bewegen sich mit, wenn man den Blick in eine andere Richtung lenkt. Sie sind meist nur undeutlich erkennbar und können mit dem Blick auch nicht fixiert werden, sondern scheinen immer “wegzuschwimmen”, wenn man sie genauer betrachten möchte.

Viele Menschen sind von den Mouches volantes betroffen. Es handelt sich dabei um eine Abhebung des Glaskörpers von der Netzhaut, sodass Teile der Netzhaut von dem Auge sichtbar werden. Der Glaskörper, aus dem der größte Teil des Auges besteht, schrumpft im Laufe des Lebens etwas zusammen. Dabei hebt sich der Glaskörper leicht von der Netzhaut ab, sodass sich zwischen den Kollagenfasern, die den Glaskörper umgeben, Verdichtungen bilden können. Eine einzelne Faser ist für unser Auge nicht zu sehen, aber diese Verdichtung kann sich später als leichte Trübung oder eben die typischen Mouches volantes zeigen.

Grundsätzlich sind die Mouches volantes völlig harmlos. Wer sich jedoch darauf konzentriert oder unter besonders vielen Mouches volantes leidet, kann sich von ihnen sehr gestört fühlen. Je mehr Aufmerksamkeit man diesen Fasern schenkt, desto störender ist der Eindruck, den sie hinterlassen. Trotzdem ist eine Behandlung bzw. Operation in fast allen Fällen keine Option und wird von kaum einem Arzt empfohlen. Die Symptome verschwinden nämlich im Laufe des Lebens von allein wieder, da sich die Fasern von der Netzhaut weg bewegen und deshalb früher oder später für unser Auge nicht mehr zu sehen sind. Auch eine ernsthafte Beeinträchtigung der Sehschärfe kommt nur in Einzelfällen vor.

Sollten die Mouches volantes wirklich Schuld an einer Verschlechterung der Sehschärfe sein, kann im Ernstfall eine Operation angesetzt werden, die sogenannte Glaskörper-Operation (Vitrektomie). Weitere Faktoren, die zu einer Operation führen, sind Veränderungen, die auf eine Netzhautablösung hindeuten. In diesem Fall kann die Ablösung zur Erblindung führen, jedoch ist solch eine Ablösung äußerst selten.

 

Foto: Ralf Kopp, Darmstadt, Germany/Deutschland

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